LTE Technik
Grundlagen der LTE Technik und verwendete Frequenzen
Der neue Funk DSL Standard LTE (Long Term Evolution) wird vielfach auch als 4G Standard bezeichnet, genau genommen ist er aber nur eine Erweiterung der bereits bestehenden 3G Technologie (UMTS) und somit eigentlich keine neue "Generation" des Mobilfunks. Die Geschwindigkeitsunterschiede in der Datenübertragung sind im Vergleich zum bisherigen Mobilfunk aber so enorm, dass eine Abgrenzung zu allem bisher Dagewesenen dennoch Sinn ergibt. Von daher möge jeder ein Auge zudrücken, wenn bei LTE von der "4. Generation" gesprochen wird.
Subcarrier und Multiuserbetrieb
Der neue LTE Standard wird gelegentlich auch als HSOPA (High Speed OFDM Packet Access) bezeichnet. Das liegt daran, dass hier neue Kodierungsverfahren bei den Verbindungen eingesetzt werden. Beim Download wird das OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) Verfahren eingesetzt, Uploads werden mit SC-FDMA kodiert. Beiden Verfahren gelingt es, den Leistungsverbrauch der LTE Endgeräte drastisch zu verringern. Die beiden neuen Verfahren machen es darüber hinaus möglich, die vorhandene Bandbreite in diverse sogenannte "Subcarrier" aufzuteilen. Dadurch wird einem Nutzer nur genau die Bandbreite zur Verfügung gestellt, die er oder sie gerade benötigt. Die restliche Bandbreite wird für andere Nutzer zur Verfügung gestellt. Die Bandbreite wird - wie es in der Fachsprache heißt - für den "Multiuserbetrieb" verwendet.
Digitale Dividende und verwendete Frequenzen
Um LTE in Deutschland anbieten zu können, mussten sich die Netzbetreiber bestimmte Frequenzen bei der Bundesnetzagentur besorgen. Da die Konkurrenz groß und die Anzahl freier Frequenzen klein war, entschied sich die Bundesnetzagentur dazu, die freien Frequenzen zu versteigern, was in einem groß angelegten Auktionsverfahren vom 12. April bis zum 20. Mai 2010 durchgeführt wurde.
Zur Versteigerung kamen Frequenzen aus den Bereichen 800 MHz, 1,8 GHz (bisher reserviert für die Bundeswehr), 2 GHz (ehemalige UMTS-Frequenzen von Quam und Mobilcom) und 2,6 GHz. Der 800 MHz Bereich wurde bislang ausschließlich für die Verbreitung des Fernsehsignals verwendet. Seit der Umstellung von analoger auf digitale Ausstrahlung werden jedoch nur noch ca. 10% der bisherigen Kapazitäten benötigt. Die freigewordenen Kapazitäten werden daher häufig auch als "Digitale Dividende" bezeichnet.
Die Netzbetreiber Deutsche Telekom, Telefonica o2 und Vodafone sicherten sich Frequenzen in allen genannten Bereichen. E-Plus erhielt ebenfalls Frequenzen zugeteilt, allerdings nicht im 800 MHz Band. Dieses ist jedoch besonders interessant, da es im Vergleich zu den anderen Frequenzbereichen relativ lange Funkwellen aussendet und die Netzbetreiber daher viel weniger Funkstationen benötigen, um das Signal übers Land zu verbreiten. E-Plus begründete den Verzicht damit, sich verstärkt um den UMTS Ausbau kümmern zu wollen und kein besonderes Interesse an einem eigenen schnellen LTE Ausbau habe.